Dem dere

Um meine English teaching skills zu verbessern besuche ich gerade an der Volkshochschule selbst einen Businessenglischkurs. Es macht riesigen Spaß, was nicht zuletzt auch an unserem Lehrer liegt.

Die Bedeutung des richtig ausgesprochenen „th“ wollte er uns anhand des Videos von der „German Coastgard“ (eigentlich Werbung für eine Sprachschule, darum teile ich es hier nicht) nahe legen („Mayday, mayday, we are sinking, we are sinking“ – „Sis is se German Coastguard. Watt are you sinking about?“).

Meinen Einwand, dass das „th“ in Irland aber nicht notwendig sei beantwortete er heute Abend mit einem Link auf ein Video aus meiner geliebten irischen Fernsehserie „Father Ted“.  Es sollte ein Gegenbeispiel sein – ein Ausschnitt, in dem der schwer alkoholsüchtige Father Jack das Wort „that“ aussprechen soll.

Das widersprach meiner Erfahrung mit der irischen Sprache, darum hier mein Beweis – „th“ doesn’t matter in Irish English. And dat’s de trud!

Mein Freund, der Füller – ein erneuter Nachruf

Diesen Artikel kopiere ich hier noch einmal als Beitrag zur Blogparade „Lieblingsstift“ – wo könnte er besser hinpassen, auch wenn er schon eineinhalb Jahre alt ist? Also danke, FarbCafé, für dieses Thema! Außerdem füge ich noch ein Gedicht hinzu, das auch zu diesem Thema entstanden ist. Also, lest meine traurige Geschichte:

Ich möchte hier einen kleinen Nachruf starten. Das Verschwinden des oben abgebildeten Füllers steht in direktem Zusammenhang mit dem Beginn des Studiums „Biografisches und Kreatives Schreiben“ an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin, das sich jetzt langsam dem Ende zuneigt. Warum also nicht noch einmal an das immernoch zutiefst vermisste Schreibgerät erinnern?

Foto_Deckblatt

Ich hatte schon immer ein Faible für altmodische Dinge und schlich schon lange an diesen Nostalgiefüllern vorbei, wenn ich ein Schreibwarengeschäft betrat. Kolbenfüller, so welche, die man in ein Tintenfass hält und dann aufzieht – großartig, was musste das für ein Schreibgefühl sein?

Als ich nach dem Abitur die Ausbildung in einem großen Kaufhaus begann, kamen meine Eltern auf die Idee, mir diesen Wunsch zu erfüllen – das Geschenk zum bestandenen Abitur, mit Mitarbeiterinnenrabatt gekauft, dafür gab’s die Namensgravur dazu. Anfangs mochte ich ihn vor allem. Er war schön, es ließ sich gut damit schreiben (vor allem große Buchstaben, mit denen das Berichtsheft während der Ausbildung immer schön voll aussah), aber irgendwie fehlte etwas.

Erst zweieinhalb Jahre später, als ich zwischen Ausbildungsende und Studienbeginn in der Schreibwarenabteilung jobbte, erfuhr ich, dass ich noch nicht meine Lieblingsfeder hatte. Ganz selbstverständlich tauschten die Kolleginnen mir meine Feder um, eine Goldfeder, wie ich lernte, könne man auch Jahre später noch auswechseln. Und nun wurde es wirklich mein Füller!

Jedes Mal freute ich mich, wenn jemand anders ihn bewundend in die Hand nahm. „Darf ich ihn mal ausprobieren“, kam die Frage, und ich nickte wissend. Nach den ersten Buchstaben erhielt ich ihn zurück. „Oh, nee, damit kann ich nicht schreiben!“ Natürlich nicht – wir waren ja auch das Dreamteam!

Tagebuch in guten wie in schlechten Zeiten schrieb ich mit ihm. In der Statistikvorlesung in Göttingen ging er fast verloren, weil meine Banknachbarin in ihrer Federmappe eine ganze Sammlung von Kolbenfüllern hatte – die Gravur im Deckel brachte ihn schnell zu mir zurück. Denn insgesamt neige ich überhaupt nicht dazu, Füller zu verlieren. Vor mir, in meiner Schreibtischschublade, liegt noch der „Geha-Jeans-Füller“, mit dem ich vor beinahe vierzig Jahren in der Schule schreiben lernte!

Uniklausuren, Morgenseiten, und immer wieder die Texte, die ich in Schreibgruppen verfasste – mein Füller machte, dass die Geschichten flossen. Es gab nur wenige Unterbrechungen, etwa wenn er wieder aufgefüllt werden musste, oder wenn das Papier die Tinte nicht richtig annahm. Aber sonst gab und gibt es kein Schreibgerät, das so in meinem Sinne arbeitete.

Um das auszudrücken, wollte ich meine Bewerbung an der ASH besonders schön gestalten, mit einem Foto meines inzwischen schon etwas abgegriffenen Pelikans. Ich drapierte ihn auf weißem Papier, klebte ihn stellenweise fest, damit er in der richtigen Lage blieb, und war schließlich zufrieden mit dem Ergebnis. Aufgeregt bearbeitete ich das Foto, stelle meine Kreativmappe zusammen und mein Motivationsschreiben, für das ich allein drei Tage brauchte, und brachte schließlich alles auf den letzten Drücker zum Kopieren und in den Briefkasten.

Als ich wieder zum Aufräumen kam, lag der Füller nicht dort, wo er sollte. Er war auch nicht unter die Couch gerollt, hatte sich nicht zwischen Decken und Laken versteckt und auch nicht den Weg in die Schreibtischschublade gefunden. Als ich umzog hätte ich am liebsten noch das Laminat hochgenommen um sicher zu gehen, dass er sich nicht darunter versteckte. Kisten räumte ich aus und wieder ein, Körbe und Schachteln, aber er bleibt verschwunden. Nun bin ich in der neuen Wohnung – er ist nicht wieder aufgetaucht.

Was bedeutet dieses Verschwinden im Zusammenhang mit dem Beginn eines Schreib-Studiums? Was möchte mir das sagen? Ist es eine Warnung, oder der Aufruf, mich Neuem zuzuwenden, ohne den „alten“ Füller?

Vielleicht kann ich einen richtig alten bekommen. Mein Vater sagt, er hätte noch ein paar Kolbenfüller, die er nicht gebrauchen kann. Wenn ich das nächste Mal komme, soll ich doch einen mitnehmen. Kann mir dann ja eine neue Feder einsetzen lassen.

Aber es wird dauern, bis er wieder mein Freund wird…

Vaters Füller

Kannst ihn mitnehmen
hat er gesagt
wenn du deinen so vermisst
Damit ist er kein
Erbstück
Wie so vor mir liegt.

Ein Geschenk
mit grünen Streifen
hat ihm die Firma geschenkt,
nach fünfundzwanzig Jahren

Hab viel damit geschrieben
hat er gesagt
aber jetzt nicht mehr
nimm ihn ruhig
Er sieht fast so aus wie der
der mir
verloren ging
Breite Goldfeder
Auch er

Aber ich sehe immer
die Unterschrift
meines Vaters
vor mir

Seine Handschrift
Müde im Alter
zu müde für
den Füller

gab ihn weiter als
kein
Erbstück

Mit ihm
schreibe ich nicht
gehört mir nicht

Vielleicht mit einer
neuen Feder
oder
wenn die Hand meines Vaters
keinen Stift
mehr hält.

fuellersammlung

Generation A, B, C…

Ist es so, dass Generationen heutzutagen einen Buchstaben brauchen? „Generation Y“ – ausgesprochen wie das englische „why“, weil sie so viel in Frage stellt?

Und wie war das mit der Generation Golf? Gehöre ich dazu? Möchte ich überhaupt zu irgendeiner „Generation xyz“ gehören? Brauchen wir diese Kuschelgruppen der Gleichaltrigen? Mal abgesehen vom Singen der Barbapapa Titelmelodie – was mich in den letzten Jahren an meiner „Generation“ immer mehr interessiert ist das Thema der indirekten Kriegsfolgen, wie es sich in der dritten (kein Buchstabe!) Generation noch auswirkt. Also das, was immer mehr unter dem Begriff „Kriegsenkel“ bekannt wird.

Als Kind findet man ja alles normal, was zu Hause so vor sich geht. Die Geschichten, die die Erwachsenen erzählen, die Stimmung in der Familie und dass immer mal wieder über Menschen gesprochen wird, die man nie gekannt hat. Darum hat man sicher auch nich darüber gesprochen, mit anderen. Und so habe ich keinen blassen Schimmer, für welche Schulkamerad*innen von früher auch bestimmte Ausdrücke zum Alltag in den Gesprächen vor allem der Großeltergeneration gehörten.

  • „Im Krieg geblieben“ für „im Krieg getötet“
  • „rangenommen werden“ für „vergewaltigt werden“
  • „schlechte Zeit“ für die Jahre nach 1945, in denen von Lebensmitteln bis Wohnraum alles knapp war
  • „dann sind wir raus/weg“ für „dann haben wir uns wochenlang im Wald versteckt und mussten dann nach Westen und alles zurücklassen
  • „zu Hause“ nicht für den Ort, an dem sie nun gerade lebten…

Im Westdeutschland der 1980er Jahre haben wir Nationalsozialismus und Verfolgung ausführlich und von allen möglichen Seiten durchgenommen und behandelt. Referate gehalten, Bücher gelesen, die über das Tagebuch der Anne Frank weit hinaus gingen – aber was die eigenen Familien erlebt hatten, war und blieb Tabu.

Ich glaube, dass wir das ändern sollten. Ich glaube, dass es uns nicht gut tut. Ich glaube, dass es etwas gibt, was unsere Generation – sicher unterschiedlich im Hinblick auf die Familiengeschichte, ob als Täter, Verfolgte, Mitläufer, Vertriebene, Ausgebombte usw. – verbindet: Die Mitteilung, wie gut wir es doch haben.

„Euch muss es doch gut gehen, ihr habt doch nichts Schlimmes erlebt!“

Aber wir leben mit der Frage, was ihr Eltern als Kriegskinder erlebt und eure Eltern womöglich getan haben.

Spannend in dem Zusammenhang die Sendung Planet Wissen mit Jennifer Teege, deren Großvater der KZ Kommandant Amon Göth war.

Wissen heilt manchmal vielleicht auch…

Fortsetzungsgeschichte

Mit diesen Unterseiten ist das ja so eine Sache, und mit zwei „Blöggen“ – äh – Blogs auch. Ich habe mich aber entschieden, eine meiner Geschichten nun häppchenweise auf meinem neuen Blog zu veröffentlichen.

Eine Geschichte zu Zeiten Napoleons, inspiriert durch den Besuch des Medizinhistorischen Museums im zweiten Semester. Und durch meines Vaters Nachforschungen über unsere Vorfahren. Insofern gab’s da tatsächlich einen, der mit 15 Jahren von zuhause weggelaufen ist, um…

Naja, das steht dann

hier

😉

Abenteuerreisen durch Brandenburg – Teil II – supported by Deutsche Bahn und GDL

So ein Bahnsteik im Mai hat ja einen Vorteil gegenüber einem Bahnstreik im November: Das Wetter ist schöner, jedenfalls wärmer. Und es ist, auch wenn man mindestens eine Stunde früher los muss als sonst, schon hell. Naja, und es blüht und grünt überall, das Näschen läuft etwas wegen leichter Allergien, aber sonst ist alles gut.

Quasi. Auch wenn ich faule Socke sonst gern etwas länger schlafe. Und die Zeit in der S-Bahn (40 Minuten für die 30 Kilometer) gern dazu nutze, mich vorzubereiten. Und ich abends eigentlich auch froh bin, wenn ich zu Hause ankomme. Aber abgesehen von all dem ist das Berliner Umland doch immer wieder voller Überraschungen. Das heißt, ich bleibe ja sogar fast bis zum Ende im Stadtgebiet – auch das war mir nicht so klar.

Ich lerne also. Zum Beispiel dass Pankow einen Schlosspark hat, den man durchradeln kann. Dass es irgendwo unterwegs einen Botanischen Volkspark gibt. Dass in Blankenfelde ein Pferdehof neben dem anderen ist und man aufpassen muss, dass man beim Überholen kein links abbiegendes Pferd schneidet. Und dass es in Mühlenbeck nicht nur einen S-Bahnhof gibt, der „Mönchmühle“ heißt, sonder auch eine Mönchmühle.

Reisen bildet. Das ist nichts Neues. Ein Bahnstreik also auch. Und die Redtour-Saison wäre damit auch eröffnet. Hurrah. Morgen gleich noch einmal – 12 km S-Bahn im Steikmodus, 18 km radeln. Zurück das gleiche.

Nur gut, dass es heutzutage Radwege als App gibt…

radweg

Eine Woche Urlaub…

… mit den Personen meines Romananfangs würde ich jetzt gern unternehmen. Eine Schreibdozentin in einem VHS-Kurs hat uns einmal diesen Rat gegeben: Schließt euch eine Woche lang mit eurer Romanfigur in einem Hotelzimmer ein und unterhaltet euch mit ihr. Wie spricht sie? Was isst sie? Wie denkt, läuft, handelt sie? Ist sie eher schüchtern wenn sie an der Rezeption nach ihrem Schlüssel fragt? Was für ein Zimmer nimmt sie, und was für eine Einrichtung würde ihr gefallen?

Eine Woche Auszeit würde mir jetzt mal gefallen, aber das wird wohl noch dauern. Jetzt im Augenblick müssen die Personen der Kurzgeschichte parallel zu denen des Romananfangs wachsen. Gar nicht so unkompliziert, obwohl sich die Geschichten grundlegend unterscheiden werden. Aber die biografische Zeit, auf die sie sich beziehen, ist die gleiche.

Ich muss sagen, dass meine Achtung für Menschen, die einen (guten, d.h. sprachlich erträglichen und von der Geschichte her ansprechenden) Roman schreiben und fertig stellen, gerade enorm wächst.

Tatsächlich könnte ich mich bestimmt ein halbes Jahr lang mit jeder einzelnen Person der Romangeschichte befassen, ihnen ganze Lebensläufe entwickeln usw. Damit die Geschichte glaubhaft wird, damit eins ins andere greift ohne zu viel zu verraten. Und da es ein Krimi werden soll, ist die Angst natürlich, dass ich den Täter auf eine Art einführe,  wie so mancher Fernsehkrimi, nach dem Motto „der Gärtner/die Ehefrau, die Ehefrau mit dem Gärtner, ist doch klar…“.

Wie lege ich falsche Fährten? Jongliere mit Verdächtigungen und Spannungsbögen? Und wie schaffe ich es noch vor Ostern, die ersten 15 Seiten zu schreiben?

Eins wird mir klar: Bei einem solchen Schreibprojekt bin ich eine planende Schreiberin. Ich glaube, wenn ich ein Jahr Zeit hätte, dann würde ich ca. neun Monate planen, einen Monat schreiben und zwei überarbeiten. Oder so.

Anders als bei diesen Blogeinträgen. Da weiß ich oft nicht was dabei heraus kommt, ehe ich anfange…

Oh christliches Abendland!

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Und so langsam mag ich auch nicht mehr nur schweigend zusehen und für mich den Kopf schütteln ob dieser unsäglichen Politikersprache, die, wie ich finde, Pegida doch erst möglich gemacht hat.

Da war diese tolle Aussage, soweit ich mich erinnere eines CSU-Politikers, dass der Islam ja nicht zu Deutschland gehöre, denn unsere Gesellschaft stütze sich ja auf eine jüdisch-christliche Tradition. Brüllendes Schenkelklopfen auf meiner Seite – woraus ist den, bitteschön, der Islam entstanden? Hm. Judentum, Jesus als Messias bzw. als Prophet, war da nicht was?

Ist schon dumm, wenn man diese ach so eigene Religion, Tradition, Kultur so wenig kennt! Sonst würden auch diese komischen Aussagen mal aufhören, wonach dem Islam ja die Aufklärung fehle, was sich z.B. im antiquierten Frauenbild zeige. Ich bin nun mit Sicherheit gegen sonderbare Frauenbilder, aber dafür den Islam zu bemühen finde ich überflüssig.

Bremen empfand ich immer als weltoffene und freundliche Stadt. Nur was die Kirche angeht, schaudert es mich nicht erst seit Kurzem. Der heute in der Kritik stehende Pastor ist offenbar auch derjenige, der bereits 2008 verhindert hat, dass eine Frau im Talar und von der Kanzel sprechen durfte.

Antiquierte Frauenbilder? Und die seien mit der Aufklärung verschwunden? Also, als 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt wurde und als 1977 das Familienrecht dergestalt geändert wurde, dass der Mann der Frau nicht mehr verbieten durfte, arbeiten zu gehen (von der Erfüllung „ehelicher Pflichten“ mal ganz abgesehen), als die letzte „bio-deutsche“ Frau von ihrem „bio-deutschen“ Mann verprügelt, vergewaltigt oder gar getötet wurde, da war auch bei uns Kant schon ziemlich lange tot. (Überhaupt – welcher Philosoph der Aufklärung hat sich eigentlich irgendwie mit Frauen und deren Gleichberechtigung beschäftigt? Nicht viele jedenfalls…).

Vielleicht würde es uns grundsätzlich gut anstehen, wenn schon christlich, uns dann auch daran zu halten:

Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!

(Quelle: bibel-online.net)

Dieses Zitat wollte ich schon lange mal anbringen. Und ein schwäbisches Stoßgebet: Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!